Selbstverständnis

Wir vermitteln viele Möglichkeiten, um suchenden Menschen auf ihrem Weg weiterführende Erkenntnisse und Erfahrungen zugänglich zu machen. Unsere Arbeit ist von der Grundüberzeugung beseelt, daß jeder Mensch "Gott" sucht, ob er es so nennt oder nicht. Die Sehnsucht nach Glück und sinnvollem Leben gehört zum Menschsein wie die Luft zum Atmen. "Die Sehnsucht ist der Anfang von allem" (Nelly Sachs).
Nicht umsonst nennt man den Jakobsweg den "Weg der Großen Sehnsucht".

Unser Verständnis des Jakobsweges

Die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg entspringt dem Urbedürfnis des Menschen, das eigene Leben als "Weg" zu begreifen und in der Ausrichtung auf das Ziel die "Rückbindung an Gott" (religio) sowie die persönlichen Lebensgründe und Lebensperspektiven zu reflektieren und neu zu ordnen. Diese Motive finden sich in allen Religionen.

Der Jakobsweg gründet sich auf die christliche Überlieferung, die trotz legendärer Anteile und politischer Einflüsse verbindliche Leitlinie blieb. Die Sehnsucht des Menschen nach Ganzwerdung erfährt in der biblischen Botschaft ihre Tiefe und tragende Antwort. Die Person des Apostels Jakobus als eines der engsten Vertrauten Jesu ist ein verlässlicher Garant für die Orientierung des Pilgerweges am Evangelium.

Deshalb gilt: statt zu sagen "Der Weg ist das Ziel" sollte es heißen:

„Der (Jakobs-)Weg hat ein Ziel: Das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela”.

Das eigentliche Ziel des Jakobsweges ist es deshalb, am Grab des Apostels den "Glauben auf dem Fundament der Apostel" zu erneuern. Wir möchten unsere Arbeit als Dienst an dieser unterscheidenden "spirituellen Dimension" des Jakobsweges verstehen. Unser über 27-jähriges Engagement auf diesem Pilgerweg, unsere Beziehungen mit Personen und Institutionen entlang des Weges sowie mit zahllosen Pilgern und mit den Führungspersönlichkeiten in Santiago de Compostela wie auch auf europäischer Ebene bestätigen uns in diesem Grundverständnis der Jakobuspilgerschaft.

Von diesen Grundlinien geht auch unsere Überzeugung aus, dass die Pilgerschaft auf den Jakobswegen nicht allein eine "Sache der Füße" - vielmehr vor allem eine "Sache des Herzens" sein muß. Dem entspricht der Satz in der Predigt von Erzbischof Julián Barrio Barrio von Santiago de Compostela am Neujahrstag 2005:
„Alle Pilger sind am Grab des Apostels willkommen - ganz gleich, wie sie nach Santiago kommen.”

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